Schwere Auswärtspartie beim BHC vor der Brust

Foto: Heinz Zaunbrecher

1.Bundesliga
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Fünf Spiele in zwölf Tagen - die noch ausstehenden November-Wochen haben es für die Zebras wahrlich in sich. Der Auftakt dieses Hammer-Programms in drei Wettbewerben könnte indes schwieriger kaum sein:

Am Donnerstag empfängt der bärenstarke Aufsteiger Bergischer HC den THW Kiel. Anpfiff im Düsseldorfer ISS Dome, in den der BHC für das Top-Spiel gegen die Zebras aufgrund des größeren Fassungsvermögens ausgewichen ist, ist um 19 Uhr. Sky überträgt wie gewohnt live, zeitnahe Informationen liefern die Liveticker auf der THW-Homepage und auf dem Twitter-Account des Rekordmeisters. "Wir fahren mit Respekt nach Düsseldorf und müssen eine starke Leistung abrufen", sagt Kiels Viktor Szilagyi, der vor seinem Wechsel an die Förde als Sportlicher Leiter an der Kaderplanung der Bergischen "Löwen" mitgewirkt hatte, "denn natürlich wollen wir beide Punkte zurück mit nach Kiel nehmen!"

Für viele Handball-Fans ist der Bergische HC bisher die Überraschungsmannschaft der Saison. Das Ziel Klassenerhalt, das Trainer Sebastian Hinze vor der Spielzeit ausgegeben hatte, ist nach etwas mehr als einem Drittel der Saison beinahe schon überholt. Denn der BHC steht mit derzeit 16:8 Punkten auf Platz fünf der Tabelle und mischt die DKB Handball-Bundesliga ordentlich auf. Erst vier Niederlagen stehen bei den blau-weißen "Löwen" zu Buche, drei davon kassierte der kommende THW-Gegner auf fremder Platte. In Hannover (26:29), Magdeburg (27:32) und Melsungen (23:26) leistete die Mannschaft um ihren Top-Torschützen Arnor Thor Gunnarsson, der mit 76 Treffern aktuell ligaweit auf Platz vier der Torjägerliste steht, erbitterten Widerstand. Zu Hause ist die Bilanz des BHC noch eindrucksvoller: In sieben Spielen gelang es nur dem Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen, Punkte zu entführen. Bei der BHC-Premiere im ISS-Dome unterlag man den Mannheimern nach ausgeglichener erster Hälfte am Ende mit 25:30. Von der ersten Heim-Niederlage nach dem Wiederaufstieg hat man sich indes schnell erholt: Am vergangenen Spieltag wurde der VfL Gummersbach mit 32:30 besiegt.

Doch der Erfolg der Bergischen kommt nicht von ungefähr: Nach dem Abstieg vor zwei Jahren wurden die Weichen auf sofortige Rückkehr in das Oberhaus gestellt. Die Mannschaft blieb nahezu komplett beisammen, und so dominierte der BHC die vergangene Spielzeit in der zweiten Liga: Mit 35 Siegen in 38 Spielen gelang die Rückkehr in die DKB Handball-Bundesliga eindrucksvoll. Den Aufstiegs-Kader haben die "Löwen", die mit Jan Artmann (Karriereende) nur einen Stammspieler ersetzen mussten, punktuell und namhaft verstärkt: Mit der Empfehlung von zwei Meistertiteln und einem Pokalsieg wechselte Kreisläufer Rafael Baena von den Rhein-Neckar Löwen zum BHC. Auf Linksaußen verpflichtete man mit Jeffrey Boomhouwer einen erfahrenen Nationalspieler von der MT Melsungen, und für den Rückraum holte man mit Daniel Fontaine einen Spieler, der neben sieben Nationalmannschafts-Einsätzen auch 149 Bundesliga-Spiele für Frisch Auf! Göppingen vorzuweisen hatte. Von der HSG Nordhorn-Lingen kam Rechtsaußen Yannick Fraatz, 19-jähriger Sohn des ehemaligen Nationalspielers Jochen Fraatz. "Die Mannschaft ist extrem eingespielt, ein kompaktes Team", weiß THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler, der von 2010 bis 2012 das BHC-Trikot trug und noch mit Sebastian Hinze zusammengespielt hat, "uns erwartet ein richtig schweres Auswärtsspiel."

"Der bisherige Saisonverlauf beim BHC hat gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn man eine eingespielte Mannschaft hat", erklärt auch Viktor Szilagyi, der sich auf ein Wiedersehen mit den ehemaligen Weggefährten beim BHC freut: "Das war für mich eine sehr, sehr wichtige Zeit." Besonders beeidruckt haben Szilagyi, der sich noch immer regelmäßig mit Sebastian Hinze austauscht, die Stabilität und die Konstanz des BHC. "Das Spiel-Konzept ist klar erkennbar, und der BHC lässt sich von dieser Idee auch in schwierigen Situationen nicht abbringen." Szilagyi erwartet einen perfekt auf den THW Kiel eingestellten Gegner, der seinerseit schwer auszurechnen sei: "Der BHC hat eine Mannschaft, bei der man sich nicht auf den einen oder anderen Spieler konzentrieren kann, die mit sehr unterschiedlichen Typen agiert. Wir müssen ihm als Mannschaft mit einer sehr konzentrierten und engagierten Leistung gegenübertreten." Während beim THW Kiel hinter dem Einsatz von Nikola Bilyk (Außenbandriss) ein Fragezeichen steht, müssen die Gastgeber am Donnerstag auf Kapitän Daniel Nippes (Außenmeniskuseinriss), Daniel Fontaine (Adduktorenteilabriss) und Maciej Majdzinski verzichten, der sich im Derby gegen Gummersbach eine Knieverletzung zuzog.

Einen kleinen Vorteil für die Kieler sehen sowohl Pekeler als auch Szilagyi in der Wahl des Spielortes. "Ich kenne aus eigener Erfahrung die besondere Atmosphäre in der Solinger Klingenhalle und der Wupertaler Uni-Halle, die Kräfte freisetzen kann. Und es ist immer schwieriger, in kleineren, engen, ausverkauften Hallen zu spielen", sagt Szilagyi. Der BHC erwartet für die Partie gegen den THW Kiel rund 6.000 Zuschauer im Düsseldorfer ISS Dome. THW-Fans aus der Region, die ihre Mannschaft kurzfristig unterstützen möchten, können im BHC-Online-Shop und an der Abendkasse noch Tickets erwerben. Für die THW-Fans im Rheinland reist auch der mobile THW-Fanshop nach Düsseldorf, der vom Schlüsselanhänger bis zum Trikot, das vor Ort mit Name und Nummer des Lieblingsspielers bedruckt werden kann, alles anbietet, was man als Fan der Zebras benötigt.

Die Partie wird am Donnerstag um 19 Uhr von den Unparteiischen Fabian Baumgart und Sascha Wild angepfiffen. Sky überträgt live.

Die Zebras haben einen schweren Auswärtsgang vor sich: Weiter geht's, Kiel!

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