Am Ende fehlen nur Minuten

(Foto: Ingrid Anderson-Jensen)

1.Bundesliga
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Was für ein Wahnsinnsauftritt des Bergischen HC beim 23:27 (11:11) gegen den THW Kiel! Ohne Vier und mit einem herausragenden Christopher Rudeck (s. Foto) fehlten den Löwen am Ende eines aufopferungsvollen und leidenschaftlichen Kampfes nur wenige Minuten, um den Deutschen Rekordmeister in der DKB Handball-Bundesliga in die Knie zu zwingen.

Bereits der Start war nach Maß. Fabian Gutbrod zog eine Zeitstrafe gegen Steffen Weinhold, und Bogdan Criciotoiu verwertete den ersten Angriff zum 1:0. Rudeck entschärfte nicht nur einen Siebenmeter von Niclas Ekberg, sondern auch alle anderen Abschlussversuche der Kieler in den ersten achten Minuten. Nach weiteren Treffern von Rafael Baena, Csaba Szücs und Gutbrod führten die Löwen im Düsseldorfer ISS Dome 4:0.

Erst dann kamen die Kieler besser in Fahrt. Bis zur 19. Minute glichen die Gäste auf 7:7 aus. Wer nun dachte, die routinierten Gäste würden den Bergischen den Schneid abkaufen, sah sich getäuscht. Immer wieder fanden die Löwen neue Lösungen gegen den THW. Angeführt von einer starken Abwehr mit Csaba Szücs, Max Darj und zwischendurch auch Lukas Stutzke im Zentrum sowie einem überragenden Rudeck zwischen den Pfosten blieben die Hausherren dran.

Trainer Sebastian Hinze zog alle Optionen. Er begann mit Milan Kotrc auf der linken Seite, schenkte dann aber doch Jeffrey Boomhouwer recht früh wieder das Vertrauen. Auf der rechten Außenbahn setzte der Coach in der zweiten Hälfte auf Yannick Fraatz, der Arnor Gunnarsson ersetzte. Auch am Kreis und im Rückraum vertraute der Coach seinem kompletten Personal, das durch die Ausfälle von Kristian Nippes (Meniskuseinriss), Daniel Fontaine (Adduktorenteilabriss), Maciej Majdzinski (Kreuzbandriss) und Max Bettin (Kapselschaden im Sprungelenk) stark dezimiert war.

Taktisch versuchte es der Coach zwischendurch auch mit dem siebten Feldspieler, doch die Kieler waren sehr gut darin, den Ball zu erobern und direkt ins leere Gehäuse zu werfen. Auch wenn nicht alles funktionierte, die Variabilität des BHC war bemerkenswert – und der Erfolg sprach für sich. 11:11 zur Halbzeit, 15:15 nach 40 Minuten, 22:20 nach 50.

Der BHC musste zwar hart für seine Tore kämpfen, hatte die Kieler aber genau da, wo er sie haben wollte. Je länger die Partie andauerte, je näher die Löwen an die Sensation kamen, umso mehr offenbarte der ISS Dome auch seine stimmungsvolle Qualität. 5182 Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre, die wohl nur mit einem Sieg noch hätte getoppt werden können.

Nachdem Yannick Fraatz aus spitzem Winkel zum 23:21 verwandelt hatte, schien sich für die Bergischen alles zu fügen. Rudeck überragte – am Ende hatte der Torhüter 21 Paraden auf seinem Konto. Doch die Gäste bewiesen, dass sie mit allen Wassern gewaschen sind. Mit einer beachtelichen Souveräneität verteidigte die Mannschaft und ließ den BHC kaum noch zu zwingenden Abschlüssen kommen. Die Bälle, die auf das Tor kamen, entschärfte Niklas Landin und stibitzte damit seinem Gegenüber – Christoper Rudeck – den Titel als Matchwinner.

Dem BHC gelang in den letzten acht Minuten kein Treffer mehr und musste sich daher mit einer 23:27-Niederlage begnügen. Eine abermals starke Vorstellung war es dennoch.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Alfred Gislason: „Wir wussten, dass es schwierig wird. Der BHC spielt eine sehr gute Saison. Das haben wir zu spüren bekommen. Wir haben nach neun Minuten unser erstes Tor gemacht. Unsere 6:0-Abwehr stand gut, aber wir hatten Probleme im Angriff. In der letzten Viertelstunde wurde dann besser, und Niklas Landin hat das Spiel mit einen Paraden am Ende für uns entschieden.“

Sebastian Hinze: „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir kommen mit Fabian Gutbrod, der sich direkt voll reingehauen hat, und über Christopher Rudeck hinten direkt gut rein. Wir hatten eine sehr gute Deckung und eine hohe Effektivität. Leider haben wir vier, fünf Minuten, in denen wir falsche Entscheidungen treffen – und Landin hält wichtige Bälle. Dann gehen bei uns die Köpfe runter, und das finde ich schade, denn die Jungs haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht.“

Jörg Föste: „Wir sind sehr stolz auf unsere Mannschaft. Es war eine großartige Leistung über ganz weite Strecken – getragen von guter Deckungsarbeit und Christopher Rudeck, der einen Sahne-Tag erwischt hat. Bis zur 53. Minute haben wir den THW Kiel bis zum äußersten gefordert. Dass wir den Sack nicht zugemacht haben, spielt eine untergeordnete Rolle. Ein Wort zur Stimmung im ISS Dome: fantastisch.“

Bergischer HC – THW Kiel 23:27 (11:11)

Bergischer HC: Rudeck, Rutschmann – Boomhouwer (2), Kotrc, Gutbrod (1), Arnesson (2), Stutzke, Babak (2), Szücs (3), Darj (3), Baena (1), Petrovsky (1), Criciotoiu (5), Gunnarsson (2/2), Fraatz (1). Trainer: Sebastian Hinze

THW Kiel: Landin Jacobsen (1), Wolff - Duvnjak (6), Reinkind (1), Jacobsen (1), Firnhaber, Kristjansson, Weinhold (6), Wiencek (2), Ekberg (7/3), Rahmel, Dahmke (1), Zarabec (1), Vujin, Pekeler (1),
Nilsson Trainer: Alfred Gislason.
Schiedsrichter:Fabian Baumgart / Sascha Wild
Siebenmeter: 2/2 – 3/3
Zeitstrafen: 3 - 4 (Szücs, Boomhouwer, Criciotoiu – Ekberg 2, Wiencek, Rahmel)
Spielverlauf: 2:0 (5.), 4:2 (10.), 6:3 (15.), 7:7 (20.), 9:9 (25.), 11:11 (30.), 12:13 (35.), 16:15 (40.), 18:18 (45.), 22:20 (50.), 23:23 (55.), 23:27 (60.)

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