Nationalmannschaft bewältigt Stresstest im Kosovo

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Stresstest bestanden, Selbstvertrauen gewonnen: Die deutschen Handballer haben ihre letzte Pflichtaufgabe vor der Heim-WM souverän gelöst. 74 Tage vor dem Eröffnungsspiel in Berlin feierte die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop im Kosovo ein nie gefährdetes 30:14 (15:5) und steht in der EM-Qualifikation damit nach zwei Siegen aus zwei Spielen mit einer makellosen Bilanz da.

"Wir haben noch viel Luft nach oben. In der Abwehr haben wir gut gestanden, 14 Tore sind sehr gut. Vorne im Angriff haben wir aber zu viele Chancen liegen lassen, da muss das Ergebnis eigentlich höher ausfallen", sagte Rechtsaußen Tobias Reichmann. Kreisläufer Patrick Wiencek ergänzte: "Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht, wichtig war, dass wir die zwei Punkte eingefahren haben und jetzt schauen wir nach vorne."

Beim ersten Länderspielauftritt einer DHB-Auswahl im Kosovo waren Kapitän Uwe Gensheimer und Franz Semper mit je vier Toren beste Torschützen des deutschen Teams, das mit einer sehr konzentrierten Vorstellung überzeugte. Zudem zeigte Keeper Keeper Andreas Wolff etliche Paraden und sorgte so für die notwendige Sicherheit. Den Auftakt in der Endrunden-Vorausscheidung hatte Deutschland am Mittwoch souverän mit 37:21 gegen Israel gewonnen.

Den Grundstein für den Erfolg am Sonntag legte die Prokop-Auswahl mit ihrer 6:0-Deckung, die vor Wolff zahlreiche Angriffe der spielerisch klar limitierten Gastgeber unterband. Lediglich zu Beginn fehlte in der Offensive die geforderte Effektivität, sodass der Außenseiter bis zum 7:4 (20.) auf Schlagdistanz blieb. Die knapp 2300 Zuschauer feierten jedes Tor der Kosovaren frenetisch.

Die deutsche Mannschaft, die von mehr als 80 im Kosovo stationierten Soldaten auf den Rängen unterstützt wurde, fand mit zunehmender Spieldauer zu mehr Sicherheit in der Offensive. Das spiegelte sich im Ergebnis: Nach einem 8:1-Lauf setzte sich die DHB-Auswahl auf zehn Tore zur Pause ab.

Nach dem Wechsel knüpften die Gäste nahtlos an. Zwar brachten mehrere Tempogegenstöße die Gegenwehr der wackeren Kosovaren nicht zum Erliegen, dennoch wuchs der Vorsprung stetig weiter.

Vor dem Balkan-Trip hatte es mehrere Änderungen im deutschen Kader gegeben: Steffen Fäth von den Rhein-Neckar Löwen rückte für den Lemgoer Tim Suton nach, außerdem fehlte Torhüter Silvio Heinevetter bei der Reise in die kosovarische Hauptstadt. Kreisläufer Hendrik Pekeler fiel wegen einer Prellung des rechten Beckenkammes kurzfristig aus.

Die Partie bei den drittklassigen Handballern des Kosovo ist Teil der Qualifikation für die EM 2020 in Norwegen, Schweden und Österreich. Gedanklich sind die Handballer aber längst bei der am 10. Januar beginnende WM (bis 27. Januar), die Deutschland zusammen mit Dänemark ausrichtet. Am 10. Dezember wird Prokop einen 28er-Kader nominieren, der dann auf 16 Spieler reduziert werden muss.

In Gruppe 1 der EM-Qualifikation übernimmt Deutschland mit nun 4:0 Punkten die alleinige Führung. Die ersten beiden Teams aller acht Vierergruppen qualifizieren sich für die EM, die nächsten beiden Partien stehen gegen Polen erst im April an. Die Rückspiele gegen Israel und den Kosovo bilden im Juni den Abschluss der EM-Qualifikation.

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