Rumpfteam überrascht im Pokal Final4

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Nun gut, mit dem Sahnehäubchen hat es im ungeliebten Pokalwettbewerb nicht ganz geklappt. Trotzdem haben die Oberliga-Handballer des OHV Aurich im Endturnier „Final Four“ die Erwartungen übertroffen.

Das Rumpfteam mit lediglich vier gestandenen, voll einsatzfähigen Spielern aus der Stammformation schaffte es am Sonnabend mit einem 25:24-Sieg in letzter Sekunde gegen die Sportfreunde Söhre aus der Oberliga Niedersachsen ins Finale. Dort unterlag es dem in Bestbesetzung angetretenen Ligakonkurrenten und Ausrichter des Turniers, dem ATSV Habenhausen, nur knapp mit 17:20 Toren.

Zwar war Trainer Arek Blacha spontan ein bisschen enttäuscht über das Ergebnis: „Da war ein bisschen mehr drin.“ Aber ganz schnell folgte auf seine geknickte erste Reaktion Stolz: „Was die Jungs geleistet haben, war schon toll. Jeder hat auf seinem höchsten Niveau gespielt.“

Die Jungs, dazu gehörten mit Jonas Schweigart, Josip Crnic, Sven Seidler und Tim Stapenhorst lediglich vier Stammspieler aus dem Oberligateam, auf die Blacha uneingeschränkt bauen konnte. Paul Jordan kam aufgrund von Knieproblemen nur zu Einsätzen von wenigen Minuten. Oliver Staszewski hielt zwar im ersten Spiel durch, musste im Finale aber aufgrund von Schulterbeschwerden weitestgehend passen.

Da schon im Vorfeld feststand, dass neben Kevin Wendlandt auch Wilke de Buhr, Christoph Groß und Jannes Hertlein verletzungsbedingt ausfallen würden, hatte Blacha auf die Schnelle drei A-Jugendliche in den Kader eingebaut.

Zum dezimierten Spielerkader kam über Nacht noch die Notlage auf der Torhüterposition. Dass der ortsabwesende Edgars Kuksa nicht dabei sein würde, stand von vornherein fest. Jetzt sagte aber auch noch Frederik Möhlmann mit gebrochener Nase ab. Es blieb allein der dritte Torwart im Team, Jan Marten Haake.

Und der machte seine Sache richtig gut. Vor allem im Finale. Die Mannschaft stellte ihn dafür bei der Siegerehrung ins Rampenlicht. Er durfte aus den Händen von Staffelleiter Jens Schoof den Preis, einen Handball und die Urkunde mit einer 150- Euro-Prämie entgegen nehmen.

Für einen anderen im Auricher Team, für den A-Jugendlichen Jonas Wark, wurde das „Final Four“ zu einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk. „Er wird ab sofort zur Mannschaft gehören und soll dort eine feste Größe werden“, sagte Blacha. Der 17-Jährige hatte beeindruckt: mutig im Angriff, zupackend in der Abwehr. Als hätte der Rückraumspieler schon immer dazugehört. Gegen die Sportfreunde Söhre kam Wark ab der neunten Minute und im Finale über die volle Spielzeit von zwei mal 20 Minuten zum Einsatz.

Ein Extralob des Trainers verdiente sich auch Jonas Schweigart. Er zog im Angriff die Fäden und war in der Abwehr eine feste Bank.

Dass die Auricher das Finale verloren, nahm Blacha auf seine Kappe. Er hatte sich, verärgert über Entscheidungen der Schiedsrichter, in der 34. Minute beim Spielstand von 16:16 eine Zeitstrafe eingehandelt. Die Spielleiter hatten Crnic mit einer Zeitstrafe belegt. Da schon Stapenhorst kurz zuvor für zwei Minuten auf die Bank geschickt worden war, mussten die Auricher 45 Sekunden in dreifacher und zwei Minuten in doppelter Unterzahl überbrücken.

Sie machten zwar das Beste draus. Haake parierte einen Siebenmeter und einen Gegenstoß. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass sich die Habenhauser vorentscheidend mit drei Toren absetzten.

Dennoch hatten die Auricher positiv überrascht. Viele hatten mit Blick auf die extrem unterschiedlichen personellen Voraussetzungen eine hohe Niederlage befürchtet. Die Auricher waren schon mit einem Alle-Achtung-Ergebnis in die Halbzeit gegangen. Sie lagen nur mit zwei Toren zurück.

Im Halbfinale hatten sich die Auricher zuvor gegen eine Mannschaft durchgesetzt, die ebenfalls nur wenig mit dem eigentlichen Oberligateam zu tun hatte. Wie berichtet, war ein Großteil der Sportfreunde Söhre als Zuschauer bei der Dart-WM in London. Mit lediglich Dreien aus der Stammformation war Trainer Sven Lakenmacher zum „Final Four“ angetreten. Aus der Not heraus geboren zog sich der 47-jährige ehemalige Nationalspieler selbst das Trikot noch einmal über. Eigentlich spielt er gar nicht mehr. „Wir brauchten Erfahrung auf der Platte“, sagte er schmunzelnd. Dafür, dass seine Mannschaft noch nie in dieser Besetzung zusammen gespielt habe, habe sie das gut gemacht, so Lakenmacher.

Mit bis zu vier Toren hatten die Auricher in der ersten Halbzeit zurückgelegen, zur Pause noch mit einem Treffer (13:14). Über eine aufmerksame Abwehr drehten sie anschließend das Spiel zu ihren Gunsten. Das 18:17 in der 28. Minute durch ein Gegenstoßtor von Jannik Dallüge nach einem langen Pass von Seidler war die erste Führung für den OHV. Die gaben die Auricher zwar beim 20:21 noch einmal ab, waren am Ende aber doch glücklicher Sieger. Dass 24:23 durch Oliver Staszewski 54 Sekunden vor Schluss war es allerdings noch nicht. Nils Wilken überlistete Haake mit einem Heber von der rechten Außenseite zwölf Sekunden vor dem Ende zum 24:24. Auf Zuspiel von Staszewski traf OHV-Kreisläufer Seidler eine Sekunde vor dem Abpfiff zum 25:24. Schon der Einzug ins Endspiel kam unerwartet.

Mit positiven Eindrücken verabschiedete sich die OHV-Mannschaft in die Weihnachtspause. Am 7. Januar steigt sie in die Vorbereitung auf die Punktspiel-Rückrunde ein.

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